Erinnerungen an Sibylle Riege
Seit 1980 war Sibylle Riege für die Bürgeraktion im Stadtrat.
Durch ihren Tod, am 15. Januar 2007 entstand eine große Lücke in die
Bürgeraktion und der Gemeinderatsfraktion der Bürgeraktion. Mit einem Rückblick
auf Sibylle Rieges Leben und ihre Arbeit wollen wir dieser für Freudenstadt
herausragenden Frau gedenken. Sie erblickte 1941 in Freiburg das Licht des
Lebens. Nach dem Abitur in Freudenstadt, absolvierte sie ihre
Lehrerinnenausbildung an der pädagogischen Hochschule in Gengenbach, war zwei
Jahre als Grundschullehrerin und vier Jahre als Sonderschullehrerin tätig.
Sibylle Riege heiratete 1966. Zwei Jahre später übernahm Fritz Riege die
Apotheke seines Vaters und Sibylle Riege drückte nochmals die Schulbank, holte
das kleine Latinum nach und ließ sich zur Apothekerassistentin ausbilden. So
führte sie zusammen mit ihrem Mann bis 2003 die Kurapotheke Freudenstadt. Nach
langer, schwerer Krankheit starb Sibylle Riege am 15. Januar, in ihrem
Geburtsort Freiburg. Sie hinterlässt ihren Mann, drei Töchter und zwei
Enkelkinder. Mit Sibylle Riege hat Freudenstadt eine der bedeutendsten
Kommunalpolitikerinnen verloren. Seit 1980 war Sibylle Riege für die
Bürgeraktion im Stadtrat. Sie setzte sich dabei stets für eine lebens- und
liebenswerte Stadt ein und hat dabei viel erreicht: verkehrsberuhigte
Innenstadt, Erhalt des Büttnerhauses, 400 älteste Bäume, Skulpturenpfad,
Sommertheater, Bäderkonzept. Sibylle Riege war eine Kämpfernatur, aber auf eine
liebenswerte, charmante Art. 2000 entschied sie sich als Oberbürgermeisterin zu
kandidieren. Diesen Sprung schaffte die engagierte Stadträtin jedoch nicht. Ihr
größter Erfolg lag darin die Bürgeraktion als unabhängige Kraft, die eine
Politik der Ökologie, der Nachhaltigkeit und Menschenfreundlichkeit verfolgte,
zu etablieren. Durch ihr Engagement hat sie ihren Beitrag dazu geleistet, dass
die Bürger heute ernster genommen, die Bürgerbeteiligung als wichtig angesehen
wird. In ihrer kompetenten Weise hat Sibylle Riege der Stadtentwicklung
Freudenstadts eine andere Richtung gegeben: hin zu mehr Lebensqualität, in der
sich Natur und Kultur, Kunst und Architektur verbinden. (Bärbel Altendorf-Jehle)
Walter Trefz, stellvertretender Fraktionssprecher der Bürgeraktion: „
Sibylle Rieges Erfolg beruhte darauf, dass sie sich den Dingen, um die sie sich
kümmerte, verbunden fühlte und geliebt hat: Ihre Heimat Freudenstadt, die
Menschen, die Bäume, die Natur. Sie war stets mit ganzem Herzen, Kopf und Hand
dabei, denn ihre Ideen und Ziele hat Sibylle Riege auch praktisch mit umgesetzt,
sei es beim Anstreichen des Bütternhauses oder bei der Bachputzete im
Christophstal. Für mich beeindruckend war, dass während vor 30 Jahren um die
Emanzipation gestritten wurde, Sibylle Riege einfach emanzipiert war. In der
Männergesellschaft des Rathauses und auch für uns in der BA war sie ein
wichtiger Mensch, weil sie die Sicht- und Handlungsweise der Frauen eingebracht
hat und damit eine umfassende Betrachtung, Bewertung und Handlung möglich war.
Doris Breyer, Sprecherin der Bürgeraktion: An Sibylle Riege habe ich vor
allem ihr politisches Durchhaltevermögen bewundert, ihre Zielstrebigkeit und
ihren Mut zu Entscheidungen zu stehen, auch wenn sie unbequem waren.
Beeindruckend war für mich wie sie uns Frauen für die kommunalpolitische Arbeit
motivieren und begeistern konnten. Wie sie uns Mut machte uns zu engagieren und
auch zu kandidieren. Durch ihre offene und herzliche Art entstand eine
konstruktive und persönliche Atmosphäre in der Bürgeraktion, die sich auch in
unseren Aktionen widerspiegelte. Die Arbeit und die Ziele der Bürgeraktion lagen
Sibylle Riege immer sehr am Herzen. Sie wird uns allen sehr fehlen.
Olfert Dorka, zog gemeinsam mit Sibylle Riege 1980 in den Gemeinderat:
„Sibylle Riege war für mich über 25 Jahre lang eine Wegbegleiterin. Gerade in
unserer kommunalpolitischen Arbeit haben wir sehr eng miteinander gearbeitet.
Sie wird mir stets als eine äußerst zuverlässige Freundin in Erinnerung bleiben.
Ihr Wort hat gegolten von Anfang bis Ende. Sie zeigte Stärke und Kraft ihre
Ideen durchzusetzen, ohne aber dabei fanatisch zu werden. Sibylle Riege war dort
wo Not aufkam außerdem immer sehr hilfsbereit und großzügig, wie ich dies in
dieser Form noch nie so erlebt habe. Diese Hilfe und Großzügigkeit durfte ich
auch ganz persönlich erfahren. Ich bin ihr dafür unendlich dankbar. Mit ihr habe
ich einen sehr wertvollen Menschen verloren.“